kWh und kW beantworten verschiedene Fragen
Die nutzbare Kapazität in Kilowattstunden beschreibt, wie viel Energie verfügbar ist. Die Leistung in Kilowatt beschreibt, wie schnell Energie abgegeben oder aufgenommen werden kann. Ein idealisiertes Rechenbeispiel: 6 kWh reichen bei konstant 2 kW für drei Stunden. Reserve, Verluste und technische Grenzen sind darin noch nicht berücksichtigt. Das Beispiel ist keine Auslegungsempfehlung.
Welche Daten brauchst du?
- Stromverbrauch pro Jahr und möglichst seinen zeitlichen Verlauf
- PV-Leistung, Ausrichtung und vorhandene Erzeugungsdaten
- Verbrauch in den Abend- und Nachtstunden
- Geplante Veränderungen wie Wärmepumpe oder E-Auto
- Gewünschte Reserve und Zweck des Speichers
Frage bei jeder vorgeschlagenen Größe: Welche dieser Angaben liegt vor, was wurde geschätzt und wie verändert sich das Ergebnis bei anderen Annahmen?
Faustformeln sind eine Orientierung
Die HTW Berlin empfiehlt für die technische Auslegung von Solarstromspeichern, sowohl PV-Leistung als auch Verbrauch als Begrenzung heranzuziehen. Genannt werden höchstens 1,5 kWh nutzbare Kapazität je kW PV-Leistung und höchstens 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Das sind Auslegungshilfen gegen Überdimensionierung, kein individueller Optimalwert. Sie sind nicht pauschal auf Speicher für Energiehandel oder gewerbliche Lastspitzen übertragbar. Auslegungsempfehlungen der HTW Berlin.
Mehrere Varianten vergleichen
Lass dir eine kleinere und eine größere Variante gegenüberstellen. Welche zusätzliche Energiemenge lässt sich voraussichtlich nutzen? Welcher Aufpreis steht dem gegenüber? Sind in beiden Varianten dieselben Verluste, Kosten und Nutzungsannahmen berücksichtigt? Eine höhere Autarkiequote allein beantwortet die Kostenfrage nicht.
Im Unabhängigkeitsrechner kannst du Größenvarianten zunächst erkunden. Die Standortanalyse ergänzt anschließend die tatsächlichen Anlagen- und Verbrauchsdaten. Für eine Bestandsanlage hilft die Checkliste zur Speichernachrüstung.
